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Fachbegriffe
Energiebedarfsausweis:
Als zentrales Dokument wird die Vorlage eines
Energiebedarfsausweises beim Neubau gefordert. Er enthält in
verständlicher Form alle wichtigen energetischen Kenngrößen
des Gebäudes und der Wärmetechnik.
Wärmebedarfsausweis:
Für neu zu errichtende Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen
ist ein Wärmebedarfsausweis vorgeschrieben; in ihm werden die
Transmissionswärmeverluste ausgewiesen.
Energieverbrauchskennwert:
Wird keiner der vorgenannten
Ausweise benötigt, so empfiehlt die EnEV die Ermittlung des
witterungsbereinigten Energieverbrauchskennwertes. Diese
Energiekennzahl beschreibt die energetische Güte eines
Gebäudes und ist somit ein Bestandteil der Wertermittlung -
als Argument nützlich sowohl gegenüber Mietern als auch
Investoren.
Wärmedurchgangskoeffizienten:
Werden einzelne Bauteile erneuert oder ausgetauscht, schränkt
die EnEV die Wärmedurchgangskoeffizienten ein. Zur Auswahl und
Dimensionierung der Baustoffe ist die Berechnung dieses
Kennwertes unerlässlich.
Transmissionswärmeverlust:
Wird bei Bestandssanierung kein Einzelbauteilnachweis geführt
oder handelt es sich um einen Neubau mit geringem Volumen,
kann der EnEV auch entsprochen werden, wenn der
Transmissionswärmeverlust 140% der Neubauvorgabe nicht
übersteigt.
Jahresheizwärme- und Leistungsbedarf:
Beide Werte werden im Monatsbilanzverfahren ermittelt; der
Heizwärmebedarf wird u.a. bei wirtschaftlichen
Vergleichsberechnungen benötigt, der Leistungsbedarf zur
korrekten Dimensionierung eines Wärmeerzeugers.
Nutzenergie:
Als Nutzenergie bezeichnet man (vereinfacht ausgedrückt) die
Energiemenge, die zur Beheizung eines
Gebäudes
sowie zur Bereitstellung des Warmwassers benötig wird, ohne
Berücksichtigung von Energieverlusten der jeweiligen
Anlagentechnik.
Transmission:
Als Transmissionswärmeverluste bezeichnet man die
Wärmeverluste, die durch Wärmeleitung (Transmission) der
wärmeübertragenden Gebäudehülle entstehen. Die Größe dieser
Verluste ist direkt abhängig von der Dämmwirkung der Bauteile
und wird durch den U-Wert angegeben.
Lüftung:
Lüftungswärmeverluste entstehen durch das Öffnen von Fenstern
und Türen, aber auch durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle.
Diese Gebäudeundichtigkeiten können bei Altbauten insbesondere
bei sehr undichten Fenstern, Außentüren und unsachgemäß
ausgebauten Dachräumen zu erheblichen Wärmeverlusten sowie zu
bauphysikalischen Schäden führen.
Trinkwassererwärmung:
Der Trinkwasserwärmebedarf wird aufgrund der Nutzung (Anzahl
der Personen, Temperatur, Anzahl der Zapfstellen u.ä.)
ermittelt.
Anlagenverluste:
Die Anlagenverluste umfassen die Verluste der Anlagentechnik.
Diese treten auf bei Erzeugung (Abgasverlust,
Bereitschaftsverluste bzw. Stillstandverluste), ggf.
Speicherung (Wärmeabgabe durch unzureichende
Speicherisolierung), Verteilung (Leitungsverluste durch
unzureichend isolierte Leitungen) und Abgabe an Heizkörper
(Verluste durch mangelnde Regelung).
Solare
Wärmegewinne:
Das durch die Fenster eines Gebäudes (insbesondere mit
Südausrichtung) einstrahlende Sonnenlicht, wird im Innenraum
größtenteils in Wärmestrahlung umgewandelt. Heutige
Wärmeschutzverglasung verstärkt diesen Effekt, indem sie die
Wärmestrahlung teilweise zurück in den Raum reflektiert.
Interne
Wärmegewinne:
Im Innern des Gebäudes entsteht durch Personen, elektrisches
Licht, Elektrogeräte usw. Abwärme, die ebenfalls bei der
Ermittlung des Heizwärmebedarfs in die Energiebilanz
einbezogen wird.
Endenergie
/ Endenergieverbrauch:
Die Endenergie umfasst die Summe aus Nutzenergie und
Anlagenverlusten. Der Endenergieverbrauch ist somit die vom
Eigentümer einzukaufenden Energie an Öl. Gas oder anderen
Energieträgern zur Erwärmung und Warmwasserbereitung
(Heizkostenabrechnung).
Umwandlung:
Hiermit ist der Energietransport sowie die Energieumwandlung
gemeint, d.h. Förderung, Transport, Erzeugung und Lagerung der
Energieträger (Öl, Gas, Holz, Biobrennstoffe usw.)
Primärenergie:
Die Primärenergie ist die Gesamtheit aus Endenergie,
Umwandlung und Anlagenverlusten.
Energiekennzahl:
Ähnlich wie der Benzinverbrauch in Litern pro 100 km
Fahrleistung für PKW angegeben wird, kann bei Gebäuden der
jährliche Brennstoffverbrauch (= Endenergie) im Verhältnis zur
beheizten Wohn- oder Nutzfläche gesetzt werden.
Energiekennzahlen dienen vorrangig dem Vergleich mit anderen
Gebäuden gleicher Art und Nutzung. Zu beachten ist: Bei
Kennzahlvergleichen (und auch bei der Erstellung eines
Energiepasses) wird der Jahresenergiebedarf unter
einheitlichen Randbedingungen ermittelt. Ein direkter
Vergleich mit Gebäuden aus anderen Klimazonen oder mit
abweichender Nutzung wäre irreführend. |